Studienprojekte

Lehr-Forschungsprojekt: „Evaluation des Weiterbildungsstudiengangs „Schulsozialarbeit“

Wissenschaftliche Evaluation, Coaching und Fortbildungen im Bereich von Schulsozialarbeit.

An der Abteilung Sozialpädagogik wird seit 2012 ein Weiterbildungsstudiengang „Schulsozialarbeit“ angeboten, der laufend optimiert wird. In einem Evaluationsprojekt wurde der erste Durchgang der Teilnehmenden eingangs befragt und der gruppendynamische Prozess der einzelnen Weiterbildungsbausteine evaluativ begleitet. Zwischenergebnisse der Evaluation werden an die Veranstalter/innen weitergegeben, um die Konzeption im Sinne einer „rollenden Reform“ zu verbessern.

Projekt: Schulsozialarbeit im Flensburger Norden

(Status: abgeschlossen)

In der Zeit vom 01. März 2008 bis 30.Juni 2012 wurde das Projekt durch wissenschaftliche Evaluation, Coaching und Fortbildungen im Bereich von Schulsozialarbeit begleitet. 
Das Projekt „Schulsozialarbeit im Flensburger Norden“ wurde durch das Bund-Länder-Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt“ gefördert.
Ein Ergebnis der Studien war die Verstetigung und Ausweitung von Schulsozialarbeiter/innenstellen an allen Schulen Flensburgs.

 

Projekt: Kooperative Selbstevaluation der Ganztagsschulen in Schleswig-Holstein

(Status: abgeschlossen)

Ergebnis: Arbeitshilfe zur (Selbst-)Evaluation von Ganztagsschulen – „Impulse für Qualität – Der Blick in den Spiegel. Materialien zur Kooperativen Qualitätsentwicklung in Ganztagsschulen. Ein gemeinsames Projekt des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Familien und Jugend und der Serviceagentur „Ganztägig lernen“ SH. (2008) Zu beziehen bei der Serviceagentur, ansässig im IQSH Kiel-Kronshagen.

 

Professionalisierung: "Diplompädagoginnen und Diplompädagogen in der Risikogesellschaft"

(Status: abgeschlossen)

Beschreibung

Das Projekt begann mit der Frage: "welche Auswirkungen hat der gesellschaftliche Wandel in der Spätmoderne für den Diplomstudiengang Erziehungswissenschaft und die Profession der Diplompädagoginnen und Diplompädagogen?" Bemerkenswert an der selbstgestellten Aufgabe und der Arbeitsweise des Projekts ist die Verknüpfung sehr unterschiedlicher, auch an der Hochschule zumeist getrennt angebotener Lehrinhalte und Methoden. So ist es gelungen, die konventionelle Form eines Theorie- und Grundlagenseminars um Elemente des Projektmanagements und Aspekte fachjournalistischer Arbeit bis hin zur konkreten Erstellung einer Broschüre zu erweitern. In einer für die berufliche Realität nicht untypischen Zweigleisigkeit von theoretischer Aneignung und praktischer Umsetzung spielten arbeitsteilige, eigenverantwortliche und kollektive Arbeitsprozesse eine gleichermaßen wichtige Rolle.
Der die Broschüre einleitende Essey "Was müssen Menschen heute alles lernen und wie kann Pädagogik ihnen zur Seite stehen?" (S.6) steckt den Rahmen unserer Diskussion ab, indem er die kategorialen Zugänge benennt und zugleich Fragen aufwirft, an die die folgenden Artikel anknüpfen:

  • Was das Studium leistet und wie es für die Entwicklung der persönlichen und beruflichen Identität genutzt werden kann (S.9)
  • Warum ist ein wissenschaftliches Studium so wichtig für die außerschulische Pädagogik? (S. 14)
  • Aktive Professionalisierung: Wie sich Studium und Beruf im Laufe der 30-jährigen Professionalisierungsgeschichte entwickelt haben (S. 17)
  • Diplom-Pädagoge/Diplom-Pädagogin - Ein Zukunftsberuf der Risikogesellschaft (S. 21)
  • Was in Kiel alles angeboten wird (S. 24)

Veröffentlichung

  • Erziehungswissenschaftliche Projektgruppe: Der erziehungswissenschaftliche Diplomstudiengang in der Risikogesellschaft. Eine Informationsbroschüre. Kiel 2001; Die Broschüre ist erhältlich im Sekretariat der Abteilung Sozialpädagogik.

 

Lebensweisen und Diversity-Lernen

(Status: abgeschlossen)

Beschreibung

Die Genese der Forschungsfrage(n) geschah im lebendigen Dialog der Studiengruppe und begann mit der zum Teil theoretisch, zum Teil auch persönlich motivierten Frage nach den jeweiligen Vor- und Nachteilen bestimmter Lebensformen und gelangte schließlich zu dem komplexen Konstrukt der Einbettung und Entwicklung von Lebensformen im biografischen Kontext eines mehr oder weniger ausgeprägten Umgangs mit Vielfalt und Verschiedenheit, des von uns sogenannten Diversity-Lernens.

Die Vorstellung eines statisch bilanzierenden Abwägens verschiedener Lebensformen mit ihren Vor- und Nachteilen für postmoderne Lebensweisen wurde durch intergenerative Selbstexploration der Studiengruppe und die ersten Gespräche mit Bekannten über ihre Lebensformbiografie relativ schnell aufgegeben zugunsten eines prozesshaften und kontextbezogenen Blicks auf die jeweiligen Entwicklungsstadien eines je individuellen Lebenslaufs.

Das systematische Bearbeiten der ersten narrativen Interviews führte in der Forschungsgruppe zu einer Denkbewegung, die gekennzeichnet werden kann als ein Hin-und-Herpendeln zwischen Interpretationsmustern, die aus sozialwissenschaftlichen Bezugstheorien generiert wurden und dem möglichst voraussetzungslosen Verstehen einer jeweils einmaligen Identitätserzählung aus sich selbst heraus. Jedes theoretische Konstrukt drohte das ganz individuelle Sinnverstehen einer inteviewten Person zu kolonisieren, andererseits drängten sich den Interpretierenden auch angesichts der ganz einmaligen und vieldeutigen Lebensläufe vielfältige Deutungen auf und vor allem der Wunsch, Vergleiche anzustellen. Und das nicht nur zwischen den inteviewten Personen selbst, sondern auch zwischen sich selbst als subjektiv betroffener Forscherpersönlichkeit und den zu interpretierenden erzählten Lebensläufen.

Vielfältige Fragen und Hypothesen entstanden während der schrittweisen Besprechung der transkribierten Interviews und drängten nach möglichst einsichtigen Erklärungen:

  • Wie tief sitzen die Beziehungsmuster der Eltern im Beziehungshabitus der Kinder?
  • Gibt es überhaupt einen solchen relativ konsistenten Lebensweisenverlauf, mit dem ein Beziehungshabitus identifiziert werden könnte?
  • Wie abhängig ist die jeweilige Wahl der Lebensform von dem Druck der familiären oder kulturellen Umgebung?
  • In welchem Verhältnis steht der Wechsel von und die Wahl sogenannter nichtkonventioneller Lebensformen zum Selbstkonzept und Selbstwertgefühl einer Person
  • Welche Rolle spielt die Sexualität bei der Aufrechterhaltung oder dem Wechsel der Lebensform? Was passiert in den Übergängen genau und wie werden Krisen bewältigt?
  • Ändert sich bzw stablisiert sich die Lebensform, wenn Kinder ins Spiel kommen und welche geschlechtsspezifischen Unterschiede sind zu beobachten?
  • Welche Rolle spielen die materiellen Bedingungen, insgesamt die äußeren Rahmenbedingungen bei der Entscheidung für eine bestimmte Form des Zusammenlebens?

Insgesamt: Wie hängen Lebensform, Lebensweise und sozio-ökonomische Umweltbedingungen zusammen?

Und hinter allem stand die pädagogisch relevante Frage, wie Menschen bei der Gestaltung ihrer Biografie einschließlich ihrer Lebensform begleitet werden können. Sind Vorbereitung und Begleitung überhaupt möglich und nötig?