Praxis

Umgang mit Heterogenität

Management Diversity - Angebote für die Praxis

Vielfältige gesellschaftliche Entwicklungstrends (Pluralisierung, Individualisierung, Globalisierung) haben zur Folge, dass in öffentlichen und privaten Einrichtungen der Umgang mit Heterogenität eine vordringliche Aufgabe geworden ist. Viele tradierte Organisationsformen, Gruppennormen und persönliche Verhaltensmuster erschweren den produktiven Umgang zwischen verschiedenen Ethnien, Menschen mit verschiedenen physischen oder psychischen Profilen, Religionen, Geschlechtern, sexuellen Orientierungen, Jung und Alt, oder auch nur zwischen verschiedenen Lebensstilen.

Für Pädagoginnen und Pädagogen stellt die Integration von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund in der täglichen Arbeitspraxis eine große Herausforderung dar. Neben dieser präventiven Aufgabe geht es auch darum, Verschiedenheit gerade nicht als Problem zu definieren, sondern sogar als Ressource zu nutzen.

Für Organisationen stellt sich die Aufgabe,

* in ihrem Angebotsspektrum,
* in ihren Leitbildern,
* in Strukturen und
* in der Organisation von Arbeitsprozessen

Diskriminierung präventiv zu begegnen, gesellschaftliche Vielfalt abzubilden und Energien freizusetzen, die bisher durch einheitliche Leit(d)bilder gebunden wurden.

Im Rahmen des Projekts Difference Troubles( null www.difference-troubles.de) wurde ausgehend von einem "Kompetenztraining Vielfalt" ein aus verschiedenen Modulen bestehendes Konzept für die Organisations- und Personalentwicklung erarbeitet, das auf diese Anforderungen ausgerichtet ist.

Das Konzept bietet die Vermittlung von Metakompetenzen zur Integration von gesellschaftlicher Vielfalt und für den produktiven Umgang mit Verschiedenheit im pädagogischen Alltag bzw. in der eigenen Organisation. Je nach Bedarf wird dies mit einer grundlegenden Qualifizierung zu einzelnen Themenbereichen (z.B. Migration, Gender, sexuelle Orientierungen, physische und psychische Unterschiede) ergänzt.

Vermittlungsformen sind

* Fachveranstaltungen,
* Qualifizierungsmaßnahmen,
* Coaching,
* Supervision und
* Organisationsentwicklung.

Träger und Einrichtungen des Non-Profit-Bereichs können das Angebot ab Januar 2003 buchen bzw. sich ein auf ihre Situation und Interessen zugeschnittenes Konzept erarbeiten und durchführen lassen.

Geschlechterforschung

Gender Mainstreaming und Diversity Mainstreaming

Angebote der Abteilung Sozialpädagogik

Gender Mainstreaming (GM) meint die Implementation von Geschlechterdemokratie und geschlechtssensiblem Verhalten in den Alltag von politischen Systemen, Organisationen und Gruppen. Gender Mainstreaming ist weder mit Frauen- noch mit Männerpolitik identisch sondern rückt mit der Kategorie "Gender" den Blick auf das Geschlechterverhältnis als Ganzes in den Mittelpunkt der Bemühungen um das Vorantreiben der Chancengleichheit. Begriff und Strategie wurden 1999 - in Folge der Politik der Europäischen Union - von der Bundesregierung als durchgängiges Leitprinzip anerkannt.

Da Gender Mainstreaming eine recht formale Leitstrategie darstellt, wird sie mit sehr verschiedenen Konzepten gefüllt und in Form von Organisationsberatung und Gender Trainings angeboten.
Die Abteilung für Sozialpädagogik stellt die Kategorie "Gender" in den größeren Kontext eines "Diversity Mainstreaming".

Damit soll den Tendenzen entgegen gearbeitet werden, Gender Mainstreaming

* als Fortsetzung von Frauenpolitik mit anderen Mitteln zu verstehen,
* für neopatriarchale Männerarbeit zu missbrauchen
* zur (ungewollten) Festschreibung bipolarer Geschlechtsrollenmuster einzusetzen.

Alle drei Gefahren schüren Vorbehalte und errichten Barrieren gegen die Einführung von Gender Mainstreaming in der Praxis.

Gender Mainstreaming im Kontext eines umfassenden Diversity Mainstreaming fokussiert die sozialen Bedingungen der Konstruktion von Geschlecht im Zusammenhang mit anderen Differenzverhältnissen: Ethnie, Alter, Religion, Lebensstil und sozialer Schicht.

Ein so verstandenes Konzept von Gender Mainstreaming

* hinterfragt Bewertungen im Geschlechterverhältnis
* fördert die Gleichberechtigung in der Verschiedenheit (auch zwischen Frauen und zwischen Männern)
* unterstützt interkulturelle Denk- und Handlungsformen
* fördert die Akzeptanz unkonventioneller Arbeitsformen und Lebensweisen
* ermöglicht die produktive Nutzung von Verschiedenheit zugunsten des Organisationsziels

Auf dem Hintergrund der Forschung und didaktisch fundierten Konzeptarbeit der Abteilung Sozialpädagogik können folgende Gender Mainstreaming - Angebote abgerufen werden:

* Vorträge und Einführungsveranstaltungen für verschiedene Zielgruppen
* Trainings mit homogen oder heterogen zusammengesetzten Zielgruppen einer Einrichtung
* Organisationsentwicklungshilfen
* Supervision und Coaching

Durch intensive Seminararbeit, Forschungs- und Praxisprojekte ist ein Gender Mainstreaming - Kompetenzteam entstanden, das aus Personen unterschiedlicher Erfahrungen besteht und in je nützlicher Kombination für unterschiedliche Aufträge zusammengestellt werden kann.

 

Sexualpädagogik

Die Bedeutung und Brisanz lebenslanger sexueller Sozialisation, Sexualerziehung und Sexualberatung nehmen gegenwärtig ständig zu:

* Beziehungs-, Liebes- und Lebensformen pluralisieren sich
* Geschlechtsrollen und sexuelle Orientierungen flexibilisieren sich
* Sexualität und Älterwerden birgt Chancen und Probleme
* Selbstverwirklichung und Dasein für andere sind auszubalancieren
* Sinnlichkeit soll Sinn herstellen
* Die Zumutung der sexuellen Selbstbestimmung ängstigt viele
* Neue Medien eröffnen und beschränken Erfahrungsräume
* Um Prävention sexueller Gewalt wird gestritten

Die Gesellschaft für Sexualpädagogik fördert

* Forschung und Publikationen
* Theorie- und Praxisdialoge
* Aus- und Fortbildung
* Politik- und Konzeptberatung

zu allen sexualpädgogisch relevanten Themen für Jugendliche, Erwachsene und alte Menschen.
Die Gesellschaft für Sexualpädagogik ist ein Zusammenschluss für professionell Tätige des Erziehungs- und Bildungs-, des Sozial- und Gesundheitsbereichs, welche Selbstbestimmung und Selbstverantwortung in den Bereichen Sexualität und Beziehungsleben aller Menschen anerkennen und fördern.

Anfragen zu Vorträgen, Fortbildungen und Beratungsangeboten richten Sie bitte an:

null sielert@paedagogik.uni-kiel.de , null www.isp-dortmund.de oder null www.gsp-ev.de

Das Institut für Sexualpädagogik Dortmund ist Mitglied in der Gesellschaft für Sexualpädagogik und das bundesweit arbeitende Fachinstitut für Sexualpädagogik mit reichhaltiger Aus- und Fortbildungserfahrung seit über 10 Jahren.

Kieler Thesen "Ganztägig Lernen" 2010

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