Profil

Sozialpädagogik als universitäre Disziplin

Mit der Einrichtung des Studiengangs Erziehungswissenschaft (Abschluss: Diplom-Pädagoge/Diplom-Pädagogin) an Universitäten fand die Professionalisierung der außerschulischen Handlungsfelder (Soziale Arbeit, Erwachsenenbildung, Vorschulerziehung, Medienpädagogik, Berufspädagogik) einen vorläufigen Abschluss.

Sozialpädagogik an Universitäten dient der Forschung und Lehre zur Ausbildung von akademisch ausgebildeten Professionellen für anspruchsvolle Tätigkeiten im Bereich des außerschulischen Erziehungs- und Sozialwesens: Forschung an Landes- und Bundesinstituten sowie der Universität selbst, Konzept- und Qualitätsentwicklung, Evaluation, Sozialmanagement, Personal- und Organisationsentwicklung in öffentlichen und privaten Organisationen, Politikentwicklung und Administration in den öffentlichen Behörden und Ministerien. Mit der Ausweitung und Ausdifferenzierung der Sozialen Arbeit benötigte die Gesellschaft akademisch ausgebildete Fachkräfte über die Basisberufe der Erzieherin, des Erziehers und der Sozialpädagogin des Sozialpädagogen (FH) hinaus für Forschungs-, Leitungs- und Entwicklungsaufgaben.

Sozialpädagogik bildete und bildet bisher den Kern der pädagogischen Hauptfachstudiengänge (Diplom, jetzt BA, MA), weil die meisten Berufseinmündungen der Absolventinnen und Absolventen auch aus Kiel in Handlungsfelder der Soziale Arbeit erfolgten.

Sozialpädagogik im Institut für Pädagogik (IfP) der Universität Kiel (CAU)

Der Forschungsschwerpunkt des Instituts für Pädagogik lautet:
„Bildung und Erziehung in der Lebensspanne sowie Transformationsprozesse im Bildungssystem“

Die Abteilung Sozialpädagogik konzentriert sich in diesem Zusammenhang auf die Kompetenzbereiche

  • Vernetzung von Schule und Jugendhilfe: Gelehrt und ausgebildet wird für die in diesem Zusammenhang neu entstehenden Professionsfelder im Bereich der Bildungslandschaften, der Stadtteilschulen und der Schulsozialarbeit: Die zunehmende Erziehungsfunktion von Schule macht den Erwerb sozialer Kompetenzen der Lehrerinnen und Lehrer erforderlich, die von der Abteilung Sozialpädagogik angeboten werden.
  • Umgang mit Heterogenität: Interkulturelle Pädagogik, Genderpädagogik soziale Milieuunterschiede und sexuelle Vielfalt sowie die Verbindung zur Inklusion von Menschen mit besonderem Förderbedarf im Bildungssystem. Diversity Education wird hochschuldidaktisch mit Hilfe eines aufwändigen aber erfolgreichen Tutoren/Mentoren-System in Form von vielen kleinen Lerngruppen an Lehramtsstudierende und Bachelor- und Masterstudierende vermittelt.
  • Pädagogische Prävention: Gelehrt werden Präventionstheorie, Sucht- und Gewaltprävention, soziales Lernen sowie und Nähe und Distanz in pädagogischen Kontexten.

 

Vernetzung der Abteilung Sozialpädagogik mit anderen Disziplinen der CAU

Die Zusammenarbeit der Sozialpädagogik mit anderen Disziplinen (Soziologie, Islam-wissenschaft, allgemeine Sprachwissenschaft und Sozialpsychologie) zeigt sich durch die Beteiligung am interdisziplinären Masterstudiengang „Migration und Diversität“, in den die Absolventen und Absolventinnen des Zwei-Fächer-Bachelors mit dem Fach Pädagogik wechseln können.

Expertise der Kieler Sozialpädagogik über Schleswig-Holstein hinaus

Zur Spezialisierung und Institutionalisierung des bisherigen Kieler Kompetenzschwerpunkts  „Sexualpädagogik“ wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine Juniorprofessur (Prof. Dr. Anja Henningsen) mit zusätzlicher personeller und sächlicher Ausstattung in die der Abteilung bewilligt, die der Sozialpädagogik neben den schon genannten Schwerpunkten ein besonderes Profil vermittelt. In diesem Zusammenhang entstand ein Kompetenzzentrum für Sexualpädagogik mit dem Schwerpunkt Gewaltprävention, das mit seiner Forschung und Lehre in Kooperation mit dem Institut für Sexualforschung und forensische Psychiatrie über die Landesgrenzen hinaus arbeitet.