Sexualpädagogik mit dem Schwerpunkt Gewaltprävention im Institut für Pädagogik

Institut für Pädagogik - Abteilung Sexualpädagogik

Öffentliche Diskurse

Links (Interviews mit Prof. Dr. Sielert)

Interview mit Herrn Prof. Dr. Sielert zum Titel "Naiver Umgang mit Pädophilie" 
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Interview mit Herrn Prof. Dr. Sielert zum Thema "Sexualerziehung" 
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Aktuelle Downloads

Stellungnahme des Wissenschaftlichen Beirats des ISP"

Interview zum Thema "Wann ist das Doktorspiel kein Spiel mehr?"

 Pressemitteilung der Gesellschaft für Sexualpädagogik (gsp)

Pro Familia Bundesverband: Stellungnahme zum Thema "Das Recht auf Sexualaufklärung"

Gesellschaft für Sexualpädagogik: Statement zur sexuellen Vielfalt und sexualpädagogischen Professionalität

Expertise zum Thema „Sexualerziehung in Grundschulen“

Kinder im Grundschulalter erleben aufgrund des Übergangs von der Familie und Kindertageseinrichtung, in den neuen Kontext Schule sowie durch die nachfolgend schnelle Konfrontation mit wechselnden Peergroups, Medien und anderen Insignien der Erwachsenenwelt verschiedene sensible Phasen ihrer Persönlichkeitsgestaltung. Das gilt vor allem für ihre psycho-sexuelle Entwicklung vom Körpergefühl bis zur Geschlechtsidentität, die Herausbildung sexueller Skripte, positive Resilienzerfahrungen aber auch diverse Gefährdungen der sexuellen Integrität.

Das Kennenlernen des eigenen Körpers, der eigenen Lebensenergie, erste Verliebtheiten und Beziehungswünsche und jede Menge Neugierde rund um die Themen Liebe, Freundschaft und Sexualität gehören zum Alltag schon der Schulanfängerinnen und Schulanfänger. Darüber hinaus gibt es reichlich Negativanlässe für die Auseinandersetzung mit diesen Bereichen: Nähe- und Distanzverletzungen durch andere Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Einsamkeitserfahrungen, Selbstzweifel, unverarbeitete mediale Erlebnisse und diverse Fehlinformationen über Körperfunktionen und sexuelle Erfahrungsmöglichkeiten. Erwachsene müssen sich immer wieder bewusst machen, dass in dieser Zeit grundlegende Erfahrungen gemacht werden, die für das ganze Leben von Bedeutung sind.

Das alles ging in Ansätzen bereits aus der letzten empirisch aussagekräftigen Studie zu „Selbstwahrnehmung, Sexualwissen und Körpergefühl von Mädchen und Jungen der 3. – 6. Klassen“ hervor, die von 1995 – 1998 von Petra Milhoffer im Auftrag der BZgA durchgeführt und 2000 mit dem Titel „Wie sie sich fühlen, was sie sich wünschen. Eine empirische Studie über Mädchen und Jungen auf dem Weg in die Pubertät“ dokumentiert wurde.

Sehr wahrscheinlich hat sich die Situation in den letzten zehn Jahren noch einmal wesentlich verändert und zwar in eine Richtung, die einen gewachsenen Bedarf an sexualpädagogischer Begleitung erforderlich macht. Das "Weltwissen Sexualität“ hat seitdem insgesamt deutlich zugenommen und Kinder haben fast unbegrenzten Zugang dazu. Darüber hinaus ist die öffentliche Aufmerksamkeit für die Bedeutung einer wirksamen Prävention gegenüber den angegebenen Gefährdungen kindlicher Sexualität in den letzten Jahren deutlich gewachsen, wenn auch mit zum Teil unterschiedlichen Konsequenzen (BZgA 2009).

Sexualerziehung gehört seit 1969 um Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schulen, für die Altersgruppe der 6 – 12-jährigen Kinder ist das in einigen Bundesländern die Grundschule, in anderen zusätzlich die Orientierungsstufe der weiterführenden Schulen. Insbesondere Grundschulen könnten aufgrund ihrer zeitlichen und didaktischen Besonderheit ihren sexualpädagogischen Auftrag optimal umsetzen. Es sind jedoch deutliche Zweifel berechtigt, ob das in der Praxis tatsächlich geschieht. Es gibt viele Vermutungen, aber niemand weiß etwas Genaues. Die Expertise soll als explorative Studie eine erste, empirisch gestützte Situationsbeschreibung liefern.

Download: Expertise zum Thema "Sexualerziehung in Grundschulen“

Download: Sexualerziehung an Grundschulen - Zusammenfassung und Auswertung