Workshop- Beschreibungen

 

Workshop 1: Demokratie- was heißt das für mich?
AKJS, Medi Kuhlemann

In diesem Workshop geht es um ein Demokratieverständnis mit Bezug zu der Alltags- und Lebenswelt von Jugendlichen. Welche Ansatzpunkte gibt es, um politische Bildung in diesem Sinne zu vermitteln?
Ziel ist es, Impulse für die Umsetzungs- und Handlungsmöglichkeiten an der Schule zu geben. Das Projekt Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage wird als Beispiel vorgestellt.

 

Workshop 2: „Ich sehe ‘was, was du nicht siehst.“ – Kritisches Weißsein und Rassismuskritik in der Sozialen Arbeit
IDA e.V.

Jenseits der Polemiken öffentlicher Debatten möchte der Ansatz des Kritischen Weißseins die Blickrichtung bei der Analyse von Rassismus umkehren. Er rückt den Ort in den Fokus, von dem aus Rassismus ausgeübt wird, möchte für unsichtbare Normen, Privilegien und die Folgen von Rassismus für die Profitierenden sensibilisieren. Im Workshop werden wir uns mit den Grundlagen des Ansatzes beschäftigen und seine Implikationen für die Soziale Arbeit diskutieren.

 

Workshop 3: Sensibilisierung für rechte Angriffe in Berufs- und Ehrenamtskontexten
Zebra e.V., Sebastian Borkowski

Der Workshop „Sensibilisierung für rechte Angriffe im Berufs- und Ehrenamtskontexten“ nähert sich dem Phänomen rechter Angriffe aus der Sicht der Betroffenen. Die Teilnehmer*innen werden für rechte Angriffe sensibilisiert und lernen diese zu erkennen und zu differenzieren. Wir erarbeiten die unterschiedlichen Wirkebenen für Betroffene und besprechen Hürden und Fallstricke nach einem rechten Angriff. Weiterhin werden wir einen kleinen Einblick in die Praxis der Beratungsstelle zebra 'Zentrum für Betroffene rechter Angriffe' geben, die Betroffene, Angehörige und Zeug*innen nach rassistischen, antisemitischen und anderen rechtsmotivierten Angriffen unterstützt.

 

Workshop 4: Rechtsextremismus und Gender
RBT Kiel/AKJS, Antja Groeneveld, Inga Wölfinger 

Facetten rechtsextremer Lebenswelten und Ideologien der Ungleichwertigkeit sind sowohl für männliche als auch für weibliche Jugendliche anziehend. Rechtsextreme und menschenfeindliche Einstellungen sind bei beiden Geschlechtern gleichermaßen anzutreffen. Eine Orientierung in die rechtsextreme Szene ist häufig geschlechtsspezifisch motiviert. Der moderne Rechtsextremismus ist ohne Frauen nicht denkbar. Mindestens 10 Prozent der rechtsextremistischen Gewalttaten werden von Frauen verübt. Rechtsextreme Frauen ergreifen mittlerweile bewusst Berufe, in denen sie die menschenverachtende Ideologie weiter in die Gesellschaft tragen können – als Erzieherin, Lehrerin, Therapeutin oder Juristin.

Dieses Seminar bietet Ihnen:

  • Die Möglichkeit, ihr Praxisfeld als Ort für eine wirksame Prävention von Rechtsextremismus zu begreifen
  • Ansatzpunkte, um Geschlechterrollen im Rechtsextremismus und deren Anziehungskraft für Jugendliche zu begreifen
  • Eine fachlich moderierte Diskussion und Entwicklung von gendersensiblen Präventionsmaßnahmen
  • Ein Verstehen der besonderen Relevanz von Frauen im Rechtsextremismus       

 

 

Workshop 5: Antisemitismus & Verschwörungstheorien
RBT Kiel/AWO, Laura Villwock
RBT Kiel/AKJS, Lasse von Bargen 

Im Jahr 2018 wurden insgesamt 1799 antisemitische Straftaten erfasst - ein Anstieg um 20 % im Vergleich zum Vorjahr – wobei ca. 90 % davon rechts motiviert waren. Und antisemitische Vorfälle, die unterhalb der Strafbarkeitsgrenze bleiben, sind in dieser Statistik nicht erfasst. Der wachsende Antisemitismus in Europa gefährdet nicht nur Juden, sondern stellt einen Angriff auf unsere demokratischen Werte dar. Antisemitismus zeigt sich in verschiedenen Formen, er ist wandelbar und manchmal nicht auf den ersten Blick zu erkennen.

Dieses Seminar bietet Ihnen:

  • Ein grundlegendes Verständnis der Funktionsweisen und der Anziehungskraft von Antisemitismus und Verschwörungstheorien
  • Ansatzpunkte, um das Thema im pädagogischen Kontext einzubringen und junge Menschen zu sensibilisieren
  • Die Erarbeitung von praxisbezogenen Strategien der Primärprävention im Bereich der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit

 

 

Workshop 6: Empowerment-Workshop: Strategien im Umgang mit Rassismus und Mehrfachdiskriminierung für Black, Indigenous und People of Color (BIPoC)
Mytree Delfs, Sara Blume und Mariam Touré: Kollektiv afrodeutscher Frauen*

Der Workshop befasst sich aus empowender Perspektive mit rassistischen und mehrfachdiskriminierenden Erfahrungen, die BIPoC im Alltag machen. In Zusammenarbeit mit den Workshopteilnehmenden soll ein gemeinsames Rassismusverständnis erarbeitet werden. Im Fokus steht dabei die Entwicklung unterschiedlicher Strategien im Umgang mit Rassismus und Mehrfachdiskriminierung. Dabei finden vielfältige Methoden Anwendung. Dieser Workshop richtet sich ausschließlich an Black, Indigenous und People of Color, die in Deutschland Erfahrungen mit struktureller Diskriminierung machen.

 

Workshop 7: Rassismus im Alltag – Was geht mich das an?  Alltagsrassismus entlarven, den eigenen Diskriminierungsradar schärfen und Handlungsstrategien entwickeln
Studierende des PerLe-Seminars „Rassismus und Soziale Arbeit“

  • Eine Absage des*der Vermieter*in wegen des „ausländisch klingenden“ Nachnamens
  • Der als Kompliment gemeinte Satz „Sie sprechen aber gut Deutsch“
  • Die Nachfrage, wo man denn nun wirklich herkomme
  • Ein dunkel geschminktes Kind beim Krippenspiel
  • Großflächige Werbeplakate, die zur Rettung von Kindern in Afrika auffordern
  • Eine Frau mit Kopftuch, die gefragt wird, ob sie dies freiwillig trage.

 

Rassismus ist für betroffene Menschen alltäglich und geht entgegen der überwiegenden Meinung mitnichten nur vom rechten Rand der Gesellschaft aus. Alltagsrassismus ist in Deutschland auch in der „Mitte der Gesellschaft“ etabliert. Trotzdem werden die Erfahrungen der Betroffenen häufig nicht als Rassismuserfahrungen anerkannt, verharmlost oder gar mit dem Hinweis auf kulturelle Differenzen legitimiert.

Wir wollen in diesem Workshop Alltagsrassismen aufzeigen, verinnerlichte rassistische Bilder und Zuschreibungen dekonstruieren und abbauen und gemeinsam Handlungsstrategien entwickeln.