Profil

Sozialpädagogik am Institut für Pädagogik (IfP) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)

 

Seit den späten 1960er Jahren hat sich die akademische Ausbildung von sozialpädagogischen und sozialarbeiterischen Fachkräften durch die Einrichtung eigener Studiengänge etabliert. Träger sozialer Dienstleistungsangebote in einigen Regionen Deutschlands konstatieren einen neuen Fachkräftemangel - trotz steigender Zahlen der Absolvent*innen eines sozialpädagogischen Studiums an Universitäten und Fachhochschulen. Mit der Ausweitung und Ausdifferenzierung der Sozialen Arbeit benötigt die Gesellschaft akademisch ausgebildete Pädagog*innen im Bereich des außerschulischen Erziehungs- und Sozialwesens – insbesondere für Forschungs-, Leitungs- und Entwicklungsaufgaben.

Zentraler Gegenstand der Sozialpädagogik am Institut für Pädagogik – verstanden als Wissens- und Praxisform (DGfE) und Teildisziplin der Erziehungswissenschaft – ist die Bearbeitung von Fragen der Bildung und Erziehung angesichts von sozialer Ungleichheit und gesellschaftlicher Transformationsprozesse. Dazu gehört die Erforschung gesellschaftlicher Problemlagen sowie der Besonderheiten und Zusammenhänge von schulisch-formaler, nonformaler und informeller Bildung.
Aus sozialpädagogischen Perspektive sind die Fragen leitend, vor welchen Herausforderungen professionelle Pädagog*innen sowie andere fachdisziplinäre Vertreter*innen mit Blick auf Bildungs-, Erziehungs- und Sozialisationsprozesse in einer zunehmend ausdifferenzierten Gesellschaft stehen, wie ein anerkennender Umgang mit Diversität und Heterogenität zu denken ist, welche Kompetenzen dafür notwendig sind und wie eine gender- bzw. diversitätssensible Didaktik aussehen kann.
Den Studierenden soll eine genderkompetente, vielfaltsbewusste und inklusionsorientierte Sozialpädagogik in Theorie und Praxis vermittelt werden, deren Aufgabe es ist, mehrdimensionale Diskriminierungen zu erkennen bzw. den Blick dafür zu schärfen, um so Diskriminierungen abzubauen. Es geht um Inklusion, Menschenrechte, Verminderung bzw. Vermeidung sozialer Risiken bzw. Ausgrenzung, Teilhabe und Förderung von Selbsthilfepotenzialen sowie der Gestaltung professioneller Arrangements und Netzwerke, sozialer Organisationen und sozialpolitischer Instrumente.

Der Forschungsschwerpunkt des Instituts für Pädagogik lautet „Bildung und Erziehung in der Lebensspanne sowie Transformationsprozesse im Bildungssystem“.
Die Abteilung Sozialpädagogik konzentriert sich in diesem Zusammenhang insbesondere auf folgende Arbeitsschwerpunkte:

  • Psychosoziale Bildungs- und Erziehungsprozesse unter den Bedingungen von Heterogenität
  • Diversitätsbewusste Pädagogik und sozialpädagogische Professionalität
  • Interdisziplinäre Analyse, Bearbeitung und Prävention (insbesondere Gewalt- und Suchtprävention) psychosozialer Konfliktlagen zwischen Individuum und Gesellschaft
  • Berücksichtigung der Kategorien „Anerkennung“ und „Gerechtigkeit“ im Prozess der Lebensbewältigung und Sozialintegration angesichts heterogener Sozialisationsmilieus
  • Formen des Sozialen und Ungleichheiten, Intersektionalität
  • Inklusion, Menschenrechte, Verminderung bzw. Vermeidung sozialer Risiken und Ausgrenzung
  • Teilhabe und Förderung von Selbsthilfepotenzialen sowie die Gestaltung professioneller Arrangements und Netzwerke, sozialer Organisationen und sozialpolitischer Instrumente
  • Entwicklung und Evaluation von Konzepten, Strategien und Methoden der Vernetzung komplementärer Bildungs- und Erziehungseinrichtungen
  • Beratung
  • Kooperationen und Vernetzung schulischer und außerschulischer Handlungsfelder